KKSV Wiedenbrügge - Vereinsheim - Historie 1927 bis 1973

Vereinsheim KKSV Wiedenbrügge-Schmalenbruch - Historie

Letzte Aktualisierung: 11.06.2016 17:13


 

Vom überdachten Schießstand zum modernen Vereinsheim

In den Jahren 1927 /1928 pachtete der örtliche Kriegerverein von der Forstverwaltung in der Wiedenbrügger Heide ein Flurstück und errichtete darauf einen Schießstand, In der Mitte des 100 Meter langen Geländestreifens wurde provisorisch unter freiem Himmel ein 50-Meter-Stand eingerichtet. Zwei Pfähle wurden in die Erde gerammt, und zwei Pritschen wurden aufgestellt Unter großen finanziellen Opfern der einzelnen Mitglieder wurde ein Anzeigekeller gemauert. Als Kugelfang diente eine Abraumhalde. Diese ist heute noch vorhanden und in der Bevölkerung als "Blauer Berg" bekannt.

Der Schießstand befand sich - von der Einmündung Alte Poststraße aus gesehen - in der Verlängerung des heutigen Fasanenweges Richtung Wald. Geschossen wurde mit großkalibrigen Karabinern. Sparsamkeit wurde groß geschrieben: Die verschossenen Patronenhülsen wurden eingesammelt und vom damaligen Schmiedemeister Wilhelm Krull wieder mit Pulver und Geschoss gefüllt.

1930 wurde der Kleinkaliber-Sportschützenverein Wiedenbrügge-Schmalenbruch - kurz KKSV - gegründet. Dieser durfte den Schießstand mit benutzen.

Drei Jahre später entstand in Eigenleistung eine Überdachung aus Brettern, die der damalige Zimmermeister Wiegmann zur Verfügung stellte. Aus diesen Brettern wurde ein Häuschen gezimmert. Ein alter Kanonenofen wurde aufgestellt, damit auch in den Wintermonaten geschossen werden konnte. Das Foto rechts (Quelle: Wilfried Nölke) stammt aus dem Jahre 1941.

Mit Beginn der Nazidiktatur begann die Zwangsauflösung der Vereine. Davon war auch der KKSV betroffen.

Wiedergründung des KKSV 1952

Am 29. Januar 1952 versammelten sich 27 "Kameraden" in der Gaststätte Hasemann (Bäckerei und Kleinbahnhof) zur Wiedergründungsversammlung des KKSV Wiedenbrügge-Schmalenbruch.

Zum Vorsitzenden wurde Heinrich Wüstenfeld gewählt. Hans Liebchen wurde Kassierer, Wilhelm Hasemann Schriftführer, Theo Lübking und Willi Wilkening (Nr. 18) wurden Schießwarte.

Die "Kameraden" Wüstenfeld, Lübking und Hasemann wurden beauftragt, eine "Luftbüchse" zu kaufen.

Das Protokoll zur Gründungsversammlung (in Sütterlinschrift) kann man

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Mobile Luftgewehrstände
in den örtlichen Kneipen

1956 wurde der Saal der Gaststätte Wilkening-Bövers fertig gestellt. Der Vorstand des KKSV fasste damals den Beschluss: "Eine Schießanlage mit Beleuchtung wird für den Schießbetrieb im Saal-Bövers-Wilkening angeschafft." Dabei handelte es sich um eine mobile Seilzuganlage mit Handkurbeln.

In der Gaststätte Salge in Schmalenbruch wurden die mobilen Schießstände auf der Diele aufgebaut.

Grundstück für das Vereinsheim

Nachdem die Bemühungen, den alten Schießstand auf dem Forstgrundstück wieder aufzubauen, gescheitert waren - die Forstverwaltung stimmte nicht zu -, wurde nach einem alternativen Standort gesucht. Und der wurde auch gefunden.

Auszug aus dem Protokoll zur Vorstandssitzung des KKSV am 9. Februar 1968 :

"Zwischen der Grundstückeigentümerin I. Bövers und dem Kleinkaliber-Schützenverein Wiedenbrügge-Schmalenbruch wurde folgender Vertrag geschlossen. Das Grundstück ist 1/4 Morgen groß. Hierfür beträgt die Jahrespacht 15,- DM. Der Zugang des Standes muss jederzeit gewährleistet sein. Das Gelände des KK-Standes bleibt aufgrund des Pachtvertrages Eigentum des Besitzers. Das Gebäude (Schießstand) sind Eigentum des Schützenvereines Wiedenbrügge-Schmalenbruch außer Garage.

Die Stromentnahme wird mit einem Zwischenzähler geregelt. Weiter wurde vereinbart: Im Fall, dass das Königsschießen mit KK ausgetragen wird, kann der betreffende Wirt des jeweiligen Schützenfestes vorm Schützenhaus und in der Garage bei schlechtem Wetter Getränke ausschenken. Der Verein behält sich vor, hierfür eine Gebühr zu kassieren vom betreffenden Wirt. Der Pachtvertrag soll notarisch gemacht werden."

Lage des Schützenhauses

Die beiden Fotos oben (Quelle: Wilfried Nölke) zeigen das Umfeld des Schützenhauses vor dem damaligen Baubeginn.

Das erste Foto zeigt - vom Standort des Schützenhauses gesehen - den Dorfteich, der bis zur Flurbereinigung in den Jahres 1959 /1960 das Ortsbild prägte. Rechts sieht man die Remise des ehemaligen Gehöfts Piper, die dem KKSV viele Jahre als Glassammelstelle diente. Das Foto kann man sich

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Das zweite Foto wurde während der Brückenbauarbeiten aufgenommen. Der Dorfteich wurde zugeschüttet und die alte Brüggebeeke durch einen Durchflussgraben ersetzt. Im Hintergrund ist die Eiche zu sehen, die heute noch vor dem Schützenhaus steht. Auch dieses Foto kann man sich

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Bau des Schützenhauses

Am 2. Juli 1968 beginnen die Bauarbeiten für das Schützenhaus Wiedenbrügge. Ein neues KK-Gewehr wird von Molkereibesitzer Kammeyer gespendet.

Dem Protokoll zur Generalversammlung am 11. Januar 1969 ist unter anderem Folgendes zu entnehmen:

"Es wurde von einigen Seiten der Vorwurf gemacht, dass der KK-Stand ohne Wissen der Schützen gebaut worden ist. Das wurde allerdings lauft Protokoll widerlegt!"

Dank eines Zuschusses der - damals noch eigenständigen - Gemeinde Wiedenbrügge wird im Februar 1970 eine "neue Heizgelegenheit" für das Schützenhaus angeschafft. Die Firma Schneider, Sachsenhagen, installiert einen Gasofen.

Am 6. Februar 1973 beschließt der Vorstand, den Clubraum zu vergrößern. Das dreiteilige Fenster weicht einem Verbund aus Glasbausteinen.

Da der Finanzier, der das Geld für die Bauarbeiten vorgestreckt hat, jetzt eine Verzinsung mit 6% fordert, wird im Rahmen der Mitgliederversammlung am 12. Januar 1974 eine Beitragserhöhung beschlossen, um den Kredit schneller tilgen zu können. Dem Protokollbuch ist unter anderem Folgendes zu entnehmen:

"Die Beiträge wurden für Schützenbrüder auf 15,. DM, für Damen und Jugend auf 10,- DM festgesetzt, eventuell für Knaben 4,- DM. Der Vorschlag, die Beiträge im Bankeinzugsverfahren abzubuchen, wurde abgelehnt."

Das Foto rechts kann man sich

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